Was kosten Worte?

JUSTIN FASHANUNotts County FC and England Under-21 International... Justin Fashanu

„I am gay“, titelte die englische Zeitung „The Sun“ im Oktober 1990. Das Outing Justin Fashanus, das Erste eines noch aktiven Profifußballers, hat vermutlich bis heute noch eine abschreckende Wirkung im Sport-Bereich. Fashanu wurde von Trainer und Mitspielern verspottet, von der eigenen Familie als „Ausgestoßener“ bezeichnet und von der Presse zu Unrecht der Vergewaltigung eines Minderjährigen bezichtigt. Am 2. Mai 1998 erhängte sich Fashanu in seiner Garage. In seinem Abschiedsbrief schrieb er: „Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart.“

Viktoria Pilsen - FC Bayern M¸nchen 0:1 Lothar Matthäus

Der beste deutsche Fußballspieler seit Beckenbauer. Der einzige deutsche Weltfußballer. Der Kapitän des Weltmeisterteams 1990. Sportlich kann man einem Lothar Matthäus nur huldigen. Leider tritt ein Lothar Matthäus abseits des Platzes nicht vergleichbar souverän auf. Ein Lothar Matthäus trägt heutzutage seine diversen Rosenkriege in die Öffentlichkeit aus. Da kann es auch schon mal sein, dass er das Geld für eine Brust-OP von der 20-jährigen Ex-Freundin zurückfordert. Mit Aussagen wie „Ich bin bereit“ zu so ziemlich jedem freigewordenen Trainerposten in der 1. und 2 Bundesliga, schießt ein Lothar Matthäus sich leider immer weiter ins Abseits. Als Beispiel sei die Dokumentation „Lothar immer am Ball“ wärmstens empfohlen.

FDP- Bundesvorstand Rainer Brüderle

Ein Klassiker des Herrenwitzes löste am 24. Januar 2013 eine monatelange Debatte über Sexismus in der Öffentlichkeit aus. Die “Stern”-Journalistin Laura Himmelreich beschuldigte den FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle, ein Jahr zuvor zu ihr gesagt zu haben: „Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.“ Der Begriff „sexuelle Belästigung“ war zwar seitens des „Opfers“ niemals gefallen, dennoch schaltete sich die selbsternannte Netzfeministin Anne Wizorek ein. Aufgrund von Brüderles Schandtat rief sie unter #Aufschrei zu Tweets über allerlei sexuelle Belästigung auf. Brüderle schweigt bis heute zu diesem Thema.

Berlins Regierender B¸rgermeister Klaus Wowereit Klaus Wowereit

„Ich bin schwul und das ist auch gut so!“, mit diesen Worten machte Klaus Wowereit, amtierender Bürgermeister Berlins, auf einem Sonderparteitag im Juni 2001 seine Homosexualität öffentlich. Er war der erste deutsche Spitzenpolitiker, der sich so offen zu seiner Sexualität bekannte. Geschadet hat ihm das nicht. Wowereit ist aktuell der dienstälteste Regierungschef eines deutschen Bundeslandes.

´Bildª: Ex-´Tagesschauª-Sprecherin meldet Privatinsolvenz an Eva Hermann

Gründlich schiefgelaufen ist Eva Hermans Publicity für ihr Buch „Das Eva Prinzip“ im Jahr 2007. Mehrfach musste die damalige NDR-Moderatorin auf öffentlichen Veranstaltungen ihre Thesen zur Familienpolitik der NS-Zeit erklären. Unglückliche Formulierungen wie „Aber es ist eben das, was gut war, das sind Werte, Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt – das wurde abgeschafft, es durfte nichts mehr stehen bleiben.“ rückten sie in ein rechtes Licht. Der NDR entließ Herman im Laufe dieser Debatte fristlos, aus der Talkshow von Johannes B. Kerner flog die Moderatorin nach 53 Minuten raus. Die “BILD-Zeitung” mit kaum reißerischen Überschriften wie „Eva Herman lobt Hitlers Familienpolitik“ stempelten Herman auch in der Öffentlichkeit ab. Immerhin landete das Buch auf der Bestsellerliste.

SPD-Landesparteitag

Andrea Ypsilanti

Der Wortbruch der Andrea Ypsilanti. Vor der hessischen Landtagswahl 2008 schloss die Spitzenkandidatin der SPD jedwede Zusammenarbeit mit der Linken aus. Die SPD wurde mit 0,1 Prozentpunkten Abstand zweitstärkste Partei nach der CDU, was Ypsilanti veranlasste, doch eine Rot-Grüne Minderheitsregierung unter Tolerierung durch die Partei “Die Linke” anzustreben. Vier Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion kündigten an, bei der geplanten Wahl zur Ministerpräsidentin nicht für Ypsilanti zu stimmen. Am Ende musste sie ihren Stuhl räumen und Thorsten Schäfer-Gümbel übernahm.

Bayer Leverkusen : VFB Stuttgart 2-1

Christoph Daum

Es war einer der größten Skandale des deutschen Fußballs: die Kokain-Affäre um Christoph Daum. Stein des Anstoßes war Daums Erzfeind, Uli Hoeneß, der gegenüber der Münchener Abendzeitung im Herbst 2000 in einem Interview sagte: „Der DFB kann doch keine Aktion ‚Keine Macht den Drogen‘ starten und Herr Daum hat vielleicht damit etwas zu tun.“ Der „verschnupfte Daum“, der zu dieser Zeit als künftiger Trainer der deutschen Nationalmannschaft gehandelt wurde, wollte diesen ungeheuerlichen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und erklärte auf einer Pressekonferenz, dass er sich einer Haaranalyse unterziehen will: „Ich tue dies, weil ich ein absolut reines Gewissen habe.“ Lüge! Nachdem ihm der Kokainkonsum nachgewiesen wurde, wurde Daum als Vereinstrainer fristlos entlassen, außerdem sein ab 1. Juni 2001 laufender Vertrag als Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft vom DFB aufgelöst.

Walter Ulbrich

Walter Ulbricht

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Der wohl bekannteste Satz des Walter Ulbricht, den er am 15. Juni 1961 auf einer Pressekonferenz gegenüber Journalisten äußerte. Zwei Monate später, am 13. August 1961, veranlasste Ulbricht mit sowjetischem Einverständnis den Bau der Berliner Mauer. Eine Lüge, die tragische Folgen hatte und erst 1989 eingerissen wurde.

China Philanthropy Forum 2013

Bill Clinton

„I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky.“ Gelogen, Herr Präsident. Der 42. Präsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, scheute sich nicht, seine Frau, seine Tochter und die gesamte Öffentlichkeit anzulügen. Die Folgen? Keine. Der Senat im Kongress der USA sprach sich dafür aus, dass Clinton im Amt bleiben durfte. Auch seine Frau Hillary verzeihte ihrem Ehegatten die Affäre.

Uwe Barschel

Uwe Barschel

„Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.“ Ist das Ehrenwort doch nichts mehr wert? Uwe Barschel, seines Zeichens Ministerpräsident Schleswig-Holsteins von 1982 bis 1987, log die gesamte deutsche Öffentlichkeit an. Dem CDU-Politiker wurde manipulatorische Maßnahmen gegen seinen politischen Gegner zur Last gelegt. In den Medien wurde sie auch als Kieler Affäre gehandelt und mit der Watergate-Affäre verglichen. Barschel trat schließlich am 2. Oktober 1987 vom Amt des Ministerpräsidenten zurück. Neun Tage später wurde er tot in der Badewanne seines Hotelzimmers in Genf aufgefunden.

Konrad Adenauer / Foto um 1960 - Konrad Adenauer / Photo c.1960 -

Konrad Adenauer

„Es ist die Schicksalsfrage Deutschlands. Wir stehen vor der Wahl zwischen Sklaverei und Freiheit. Wir wählen die Freiheit!“ Dieser Ausspruch des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik, Konrad Adenauer, beweist, dass Worte in schweren Zeiten helfen, um in eine bessere Zukunft zu blicken und die Vergangenheit zu verarbeiten.

´Rudi und ichª: Hosea Dutschke erinnert sich

Rudi Dutschke

Mit seinen Reden zum Krieg in Vietnam polarisierte der damals bekannteste Wortführer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung, Rudi Dutschke. Durch seine Worte erfuhr er zunehmend Ablehnung und Hass. Die Zeitungen des Springerverlags und viele Regionalzeitungen setzten ihn – wie die 68er insgesamt – mit Hinweisen auf sein „ungepflegtes Äußeres“ und seine DDR-Herkunft herab. Die Folgen: Dutschke starb 1979 an den Spätfolgen eines Attentats, bei dem er 1968 schwere Hirnverletzungen davongetragen hatte.


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Bush und Powell

George W. Bush und Colin Powell (Irakkrieg)

Um den zweiten Irakkrieg zu begründen, logen der damalige US-Präsident, George W. Bush, und sein Außenminister, Colin Powell, Vertreter der Vereinten Nationen an und legten Beweise für Massenvernichtungswaffen vor, die gefälscht waren. Mit seiner bekannten Irak-Rede sorgte Powell dafür, dass nicht nur der Diktator des Landes, Saddam Hussein, getötet wurde, nein, auch zig Zivilisten bezahlten mit ihrem Leben. Powell und Bush wurden bis heute nicht für ihre Vorgehen angeklagt.

Germany, Berlin: Ronald Pofalla at CDU event

Ronald Pofalla

„Es ist ein erstaunlicher Vorgang, dass ein deutscher Bundeskanzler (Gerhard Schröder, A. d. R.) schon Wochen nach seinem Ausscheiden die Reputation seines früheren Amtes für eine kommerzielle Tätigkeit nutzt!“ Mit diesen Worten kritisierte der CDU-Politiker und ehemalige Kanzleramtsminister, Ronald Pofalla, den Wechsel vom ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder in die Wirtschaft. Ob ihm diese Worte bald zum Verhängnis werden und seinen bevorstehenden Wechsel in den Vorstand der Deutschen Bahn gefährden?

1. Weltkrieg /Dolchstosslegende

Deutsche Oberste Heeresleitung im 1. Weltkrieg (Dolchstoßlegende)

Um dem Volk glaubhaft zu machen, dass das deutsche Heer im ersten Weltkrieg im Feld unbesiegbar wäre, log die deutschen Oberste Heeresleitung seine Mitbürger schamlos an. Dank einer Verschwörungstheorie wurde die Schuld an der militärischen Niederlage des Deutschen Reichs vor allem auf die Sozialdemokratie und andere demokratische Politiker abgewälzt. Die Worte zündeten und die Dolchstoßlegende war geboren.

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Autoren:

frank

benny